ALTERNATING INTERFACES SS26
DESIGN BRIEF
Lecturer: Kim Albrecht Stefan Neudecker
Summer 2026
Alternating Interfaces
Design Brief — Sommersemester 2026
Prof. Stefan Neudecker & Prof. Dr. Kim Albrecht
Termin: Dienstags, 14:00–17:00
Zeitraum: 21. April – 14. Juli 2026
Ausstellung: Rundgang, 18. Juli 2026
Ziel des Projekts
Ziel dieses Kurses ist die Entwicklung und Umsetzung eines experimentellen Interfaces zwischen zwei physischen Räumen. Der Kurs untersucht, wie digitale Systeme spielerische, poetische oder unerwartete Verbindungen zwischen Orten herstellen können. Anstatt bekannte Interaktionsformen wie Feeds, Notifications oder endloses Scrollen zu reproduzieren, erforscht der Kurs Interfaces, die Bewusstsein, Präsenz und Austausch über räumliche Distanz hinweg ermöglichen.
Die zentrale Frage des Kurses lautet: Wie können zwei Räume durch vermittelte Signale, Verhaltensweisen oder Transformationen miteinander in Verbindung treten? Die Projekte sollen untersuchen, wie digitale Vermittlung magische, künstlerische oder experimentelle Erfahrungen der räumlichen Verbindung erzeugen kann.
System Struktur
Alle Projekte müssen der folgenden Grundstruktur folgen:
Raum ↔ Vermittlung ↔ Raum
Die Vermittlung besteht aus drei Ebenen:
- Sensing erfasst Signale aus einem Raum
- Interpretation verarbeitet oder interpretiert diese Signale
- Transformation übersetzt sie in eine wahrnehmbare Form im anderen Raum
Das System muss bidirektional sein. Beide Räume sollen sich gegenseitig beeinflussen. Die Übersetzung zwischen den Räumen muss nicht wörtlich erfolgen. Erwünscht sind Transformationen statt Spiegelungen. Beispiele: Klang → Licht, Temperatur → kinetische Skulptur, Umwelt-Daten → Form
Interface-Modalitäten
Die Projekte sollen ungewöhnliche Interfaceformen untersuchen. Interfaces müssen nicht bildschirmbasiert sein. Beispiele für mögliche Modalitäten wären: Licht, Bewegung, Klang, Vibration, Materialveränderung, Projektion, robotische Bewegung, KI-Agenten, mechanische Systeme, kinetische Skulpturen, Physical Computing. Screens und Projektionen können eingesetzt werden, sollten jedoch als Portal oder Vermittler fungieren und nicht nur als Anzeige.
Übertragungskanäle
Signale zwischen den Räumen können beispielsweise sein: Sensoren, Mikrofone, Kameras, Umweltsensoren, Bewegungserkennung, Netzwerksignale, manuelle Interaktion oder KI-Interpretation.
Der Austausch kann in Echtzeit erfolgen, aber auch andere zeitliche Formen können interessant sein zum Beispiel: verzögerte Übertragung, zeitliche Akkumulation, episodischer Austausch oder asynchrone Kommunikation.
Räumliche Bedingungen
Die Lehrenden stellen zwei Räume innerhalb der Universitätsgebäude für die Ausstellung zur Verfügung. Die Projekte müssen zwei physisch getrennte Orte miteinander verbinden.
Wenn ein Projekt konzeptionell einen anderen Ort benötigt (z. B. Flur, Aufzug, Außenraum), ist dies möglich. In diesem Fall muss jedoch eine Präsenz im offiziellen Ausstellungsraum vorhanden sein, z. B.: Dokumentation, Videoübertragung, Interface-Proxi, erklärende Installation
Wichtige Bedingungen:
- Die Räume müssen physisch getrennt sein
- Beide Räume sollen sich gegenseitig beeinflussen
Ausstellungsformat
Die finale Installation wird im Rahmen des Rundgangs 2026 präsentiert. Mögliche Formate: kontinuierliche Installation, interaktives System, zeitlich begrenztes Happening, performative Situation oder zeitbasiertes System.
Die Installation muss nicht über die gesamten vier Tage laufen, aber der Zusammenhang zwischen den Räumen sollte für Besucher nachvollziehbar sein.
Arbeitsweise
Die Projekte können alleine oder in Teams von bis zu drei Personen entstehen. Teamarbeit wird aufgrund der technischen und räumlichen Komplexität empfohlen. Die Nutzung von KI-Systemen und Large Language Models ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.
Dokumentation
Für jedes Projekt müssen folgende Materialien eingereicht werden:
- Projektbeschreibung (500–800 Wörter)
- Systemdiagramm
- technische Beschreibung
- Foto- oder Videodokumentation
- Reflexion des Konzepts
Masterstudierende
- Wissenschaftlich–Theoretische Ausarbeitung (ca. 5 Seiten)
- Herleitung
- Zitationen
- Referenzen aus Kunst, Design und Forschung
Diese Dokumentation ist Bestandteil der Bewertung.
Bewertungskriterien
Die Projekte werden anhand folgender Kriterien bewertet:
1 . Konzeptuelle Klarheit: Ist die Idee klar formuliert? Untersucht das Projekt überzeugend die Verbindung zwischen zwei Räumen?
2. Originalität: Bewegt sich das Projekt außerhalb bekannter Interface-Paradigmen?
3. Qualität der Interaktion: Entsteht ein sinnvoller Austausch zwischen den Räumen?
4. Technische Umsetzung: Ist das System stabil und sorgfältig umgesetzt?
5. Ausstellungsreife: Ist das Projekt bereit für den Rundgang?
Abgabe / Ausstellung
Alle Projekte müssen bereit sein für: Rundgang 2026 18. Juli 2026
Die Teilnahme an der Ausstellung ist Voraussetzung für den Erwerb der Credits.