ALTERNATING INTERFACES SS26
Summer 2026 | 26-04-21 to 26-07-14
Lecturer: Kim Albrecht, Stefan Neudecker
Jeden Dienstag 14–17 Uhr
Interfaces strukturieren unseren Alltag und unseren Medienkonsum. Sie begegnen uns nicht nur in Form von Laptop-Bildschirmen, Smartphones, Social-Media-Plattformen oder Softwareanwendungen, sondern ebenso beim Wäschewaschen, im Auto oder beim Schreiben dieses Textes. Grundsätzlich bezeichnen Interfaces eine gemeinsame Grenze, Kontaktfläche oder Übersetzungszone zwischen zwei Systemen – seien es Menschen, Maschinen, Daten, Körper oder Umwelten.
Dieser Kurs richtet den Fokus auf alternative, experimentelle und spekulative Interfaces, die über etablierte Nutzungsszenarien hinausgehen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Grenzflächen zwischen Mensch und Maschine neu denken, verschieben oder unterlaufen lassen. Statt Interfaces als rein funktionale Bedienoberflächen zu verstehen, werden sie als kulturelle, ästhetische und politische Konstruktionen untersucht.
Im Kurs werden künstlerische, experimentelle und spekulative Interface-Ansätze entwickelt und erprobt. Dabei geht es nicht primär um Optimierung oder Usability, sondern um Irritation, Umdeutung und Erweiterung:
- Welche Interfaces machen verborgene Prozesse sichtbar?
- Welche erzeugen neue Formen von Wahrnehmung, Handlung oder Verantwortung?
- Welche stellen bestehende Macht-, Kontroll- oder Automatisierungslogiken infrage?
Der Kurs versteht sich zugleich selbst als Interface: zwischen Industrie-Design, Kommunikationsdesign und Medienkunst. Unterschiedliche Perspektiven, Methoden und Materialpraktiken werden bewusst miteinander verschränkt und neu kombiniert.
Zu Beginn des Semesters finden eine Reihe von Workshops statt, die als gemeinsamer Experimentierraum dienen und thematische, konzeptuelle sowie technische Grundlagen legen. Darauf aufbauend entwickeln die Studierenden eigenständige Projekte, die im Verlauf des Semesters vertieft, reflektiert und weiter ausgearbeitet werden.